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Grafinger Gewerbeverband fürchtet um Wirtschaftsstandort Grafing

Grafing, 26.09.2016 - Der Gewerbeverband Grafing (BDS Grafing) sorgt sich, dass Grafing mittel- bis langfristig nicht wettbewerbsfähig sein wird. „Fast alle Gemeinden um uns herum haben erkannt, wie wichtig es ist, aktiv und konsequent professionelle Wirtschaftsförderung zu betreiben", erklärt Heinrich Hölzle, 1. Vorsitzender vom Bund der Selbstständigen/Gewerbeverband Grafing. „Auch seitens des Gewerbeverbandes versuchen wir seit vielen Jahren die Wirtschaftsförderung voran zu treiben, stellen aber immer wieder fest, dass der notwendige politische Wille fehlt. Nun gibt es eine Entscheidung der Bürgermeisterin, durch die wir fürchten, dass Grafing eine scheinbare Grundlage schafft, sich fit für die Zukunft zu machen, aber in Wirklichkeit die Chance verpasst, dies auch zu realisieren."  

Seit vielen Jahren macht sich der Gewerbeverband für einen attraktiven Wirtschaftsstandort stark, in dem sich branchenübergreifend alle Unternehmer wohl fühlen, in dem investiert wird und interessante Arbeitsplätze geschaffen werden. Bereits im August 2014 initiierte der BDS/Gewerbeverband Grafing daher ein erstes Treffen mit der amtierenden Bürgermeisterin Angelika Obermayr und dem Werbering Grafing, um die Wirtschaftsentwicklung der Stadt zu diskutieren und das weitere gemeinsame Vorgehen zu besprechen. Dabei bot der Gewerbeverband an, sein Know-how ehrenamtlich einzubringen und entsprechende Vorschläge zu unterbreiten, was seitens der Stadt gern angenommen wurde. Es folgte die Ausarbeitung einer Strategie und mögliche Maßnahmen, die im September 2014 und Januar 2015 der Bürgermeisterin durch BDS-Mitglied Manfred Koch vorgestellt und anschließend bei der ersten Sitzung des Arbeitskreises Wirtschaftsförderung der Stadt Grafing am 20. Januar 2015 eingebracht wurden. Als Ergebnis sprach sich der Arbeitskreis mit großer Mehrheit dafür aus, einen professionellen Wirtschaftsförderer bzw. eine professionelle Wirtschaftsförderin zu installieren, um dieses wichtige Thema kompetent zu entwickeln. Einig war man sich darüber, dass es nicht einfach darum ging, „nur eine Stelle zu besetzen, um der Notwendigkeit genüge getan zu haben", sondern das Hauptaugenmerk vor allem darauf zu legen, jemanden zu installieren, der über entsprechende Erfahrungen verfügt, kommunikationsfreudig und proaktiv diese Aufgabe übernimmt, um Grafing wirtschaftlich in eine erfolgreiche Zukunft zu führen.   Nachdem einige Monate ohne weitere Aktivitäten in dieser Angelegenheit vergangen waren und sich der Werbering Grafing e. V. zwischenzeitlich aus den Gesprächen zurückgezogen hatte, bat der Gewerbeverband im August 2015 erneut um einen Termin bei der Stadt, um die Anforderungen an einen Wirtschaftsförderer sowie die Finanzierung festzulegen. Infolgedessen wurde der Gewerbeverband gebeten, eine Stellenbeschreibung auszuarbeiten, die im Dezember 2015 der Stadt vorgelegt wurde. Dabei wurden auch die Argumente eines städtisch festangestellten und eines outgesourcten Mitarbeiters abgewogen. Ergebnis war, das eine externe kompetente Fachkraft, die eng mit der Bürgermeisterin zusammenarbeitet und sich nach den ersten Jahren durch die geleistete Arbeit selbst finanzieren würde, die effektivste Lösung ist. Per Vorstandsbeschluss sagte der Gewerbeverband Grafing bei einer tragfähigen Lösung eine mehrjährige finanzielle Unterstützung zu.    

 

Zwar wurde der Arbeitskreis Wirtschaftsförderung seit seiner zweiten Tagung im Juli 2015, bei der ebenfalls die wirtschaftliche Entwicklung auf der Tagesordnung stand, von der Stadt nicht mehr einberufen, das Thema Wirtschaftsentwicklung jedoch parallel in dem neuen Projekt „Zukunftsstadt Grafing" als Arbeitskreis initiiert. Hier können sich Interessierte freiwillig engagieren. Auf Wunsch von Bürgermeisterin Angelika Obermayr übernahm FW-Stadträtin Gabriela Wischeropp als Wirtschaftsexpertin und stellvertretende Vorsitzendes des BDS Grafing ehrenamtlich die Leitung des Arbeitskreises und stellt seitdem so die Schnittstelle aller bisherigen Aktivitäten und Initiativen dar. Wischeropp hatte bereits in den Jahren zuvor gemeinsam mit dem Gewerbeverband Schritte unternommen, den Wirtschaftsstandort Grafing aktiv zu gestalten und hierzu erste Konzepte erarbeitet.    

 

In diesen Funktionen erarbeitete der Gewerbeverband einen aktualisierten Prozess, wie die Wirtschaftsentwicklung sowohl hinsichtlich Personal, Anbindung an die städtische Verwaltung, den inhaltlichen Aufgaben und der Finanzierung erfolgen kann. Im Februar 2016 erfolgte erneut ein weiteres Gespräch mit der Stadt zur Konkretisierung der nächsten Schritte. Dieser Termin blieb ergebnislos. Auf Initiative des Gewerbeverbandes fand im März 2016 ein nochmaliges Treffen statt, dessen Ergebnis ebenfalls offen blieb. Gleichzeitig stand der Gewerbeverband in Kontakt mit der Firma CADFEM GmbH, um den bereits in der Zukunftsstadt agierenden Arbeitskreis in der Wirtschaftsentwicklung zu integrieren und ein regionales Unternehmernetzwerk zur wirtschaftlichen Weiterentwicklung zu initiieren. Auch wurde die Möglichkeit einer professionellen Einbindung von Marketing- und Wirtschaftsexpertin Gabriela Wischeropp diskutiert. Im Juni 2016 fand dann die bis dato letzte Sitzung des Gewerbeverbandes mit Bürgermeisterin Obermayr und Kämmerer Christian Bauer statt.   „Nachdem uns bei diesem Treffen am 28.06.2016 zugesagt wurde, innerhalb der nächsten zwei Wochen eine konkrete Entscheidung bezüglich der Fachkraft sowie dem weiteren Vorgehen zu treffen, kam nun Anfang September eine Notiz via E-Mail, in der uns kurz mitgeteilt wurde, dass die Stadt nun doch eine interne Stelle schaffen möchte und in der uns gleichzeitig für „die grundlegenden Gedanken, die wir uns gemacht haben", gedankt wurde. Leider müssen wir sagen, dass wir durch diese kurze schriftliche Nachricht sowohl menschlich als auch fachlich sehr enttäuscht sind. Wir haben uns Jahre lang mit viel Energie, Kompetenz und Zeit diesem Thema gewidmet und wurden immer wieder vertröstet. Nun wurden wir weder persönlich informiert, noch wurde eine weitere Zusammenarbeit thematisiert", bedauert Hölzle.   

 

Daher gibt der Gewerbeverband Grafing noch einmal folgende Stellungnahme ab:  

· „Wir haben als aktive Initiatoren und treibende Kraft der Wirtschaftsförderung mehr als nur „grundlegende Gedanken" eingebracht. Vielmehr haben wir Konzepte, Strategien, Stellen- und Ausschreibungsvorlagen sowie Finanzierungsideen erarbeitet und sogar selbst finanzielle Unterstützung angeboten. Mit viel Energie, Kompetenz und Zeit haben wir uns diesem Thema gewidmet, oft ohne öffentliche Wahrnehmung und rein um der Sache und den Menschen in Grafing willen.  

· Wir warnen weiterhin vor der Schaffung einer internen Stelle im Rathaus. Über die letzten Jahre hinweg haben wir durch Erfahrungen und den Austausch mit vielen Verantwortlichen eine Lösung erarbeitet, die eine solide Grundlage für die wirtschaftliche Zukunft Grafings schaffen würde. Eine Vermischung von Verwaltungsarbeit und Wirtschaftsförderung wird letztlich ineffizient sein."

 

Hölzle ergänzt: "Grafing kann nur zukunftsfähig werden, wenn wir alle gemeinsam unsere Kommune gestalten und die verschiedenen Interessensvertreter mit der Stadt an einem Strang ziehen. Das ist die Basis einer professionellen Wirtschaftsförderung sowie einer lebens- und liebenswerten Gemeinde! Aktuell sehen wir daher in dieser Thematik leider keine weiteren Handlungsmöglichkeiten mehr für uns. Es bleibt ein fader Geschmack und die Befürchtung, dass Grafings Chancen schwinden, sich bis 2030 - entsprechend den Ansprüchen des Projektes Zukunftsstadt - wirtschaftlich fit zu machen. Sollten wir Recht behalten, werden auch die meisten anderen Wünsche und Ziele, die sich aus dem Projekt der Zukunftsstadt und der regulären städtischen Arbeit hinsichtlich eines leistungsstarken und attraktiven Standortes ergeben, wegen mangelnder Finanzkraft kaum realisieren lassen. Natürlich werden wir uns als Gewerbeverband für die Grafinger Unternehmen weiter stark machen. Hinsichtlich der Standortattraktivität Grafings insgesamt sind wir aber darauf angewiesen, dass die Stadt und der Stadtrat hinter diesem Thema steht und mit uns sowie den weiteren Verbänden und Multiplikatoren Grafings kooperiert."

Informieren Sie sich auf unserer Homepage über Ihren Ortsverband Grafing und alle Leistungen, die Sie im Bund der Selbstständigen - Gewerbeverband e. V. Bayern erhalten.

 

   Unseren aktuellen Flyer können Sie hier herunterladen.  (pdf 2 MB)